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Aktuelle Neuigkeiten der Kreishandwerkerschaft Jena

 
04.01.2018

Verstärkung für tüchtige Handwerksbetriebe

Mit einer neuen Mitarbeiterin, die Schüler direkt an Ausbildungsbetriebe vermittelt, will die Kreishandwerkerschaft das Nachwuchsproblem eindämmen.

Eigentlich läuft es doch blendend für das Handwerk. Die Auftragslage ist top, die Zukunftsperspektiven ebenfalls, die Konjunktureinschätzungen der Arbeitgeber sind hervorragen und die Auszubildenden sind größtenteils zufrieden. Thomas Jüttner, Vorsitzender der Kreishandwerkerschaft Jena/Saale-Holzland-Kreis, vergleicht es sogar so: „Wir stehen nicht im Herbst des Handwerks, sondern im Frühjahr.“

Was allerdings Sorgen bereitet, sind die Knospen, die Auszubildenden, die gerne schneller austreiben sollten. Denn seit Jahren suchen die Betriebe händeringend nach Nachwuchs.

Einen Schritt in die richtige Richtung will die Kreishandwerkerschaft mit einer neuen Stelle schaffen. Caroline Thoß ist mit Beginn des jungen Jahres für die Vermittlung von Schülern an Handwerksbetriebe zuständig. „Damit sollen die Berührungsängste genommen werden“, sagt Jüttner.

Denn sowohl Jugendliche als auch kleinere und mittlere Handwerksbetriebe scheuten sich oder besäßen nicht die Möglichkeiten, aufeinander zuzugehen. Caroline Thoß kommt hier ins Spiel, sozusagen als direkte Vermittlerin. Sie soll passgenau helfen, und das bestenfalls in so vielen Bildungseinrichtungen wie möglich in Jena und im Saale-Holzland-Kreis.

Ein guter Kontakt besteht bislang zur Freien Ganztagsschule Leonardo in Jena. Dort wurden Schüler an die Handwerkskunst herangeführt, indem sie eine Fahrradüberdachung zimmerten und malerten.

Schon mit Bewerbertrainings versuchte die Kreishandwerkerschaft in der Vergangenheit, die Jugendlichen zu unterstützen. Außerdem steht die Interessenvertretung mit der Agentur für Arbeit in Kontakt, damit Umschulungen für das Handwerk besser unterstützt werden. Thomas Jüttner, selbst Malermeister in Jena, hat beispielsweise gute Erfahrungen in der Erwachsenenbildung gemacht. Einer seiner Auszubildenden hat seine Lehre mit 28 Jahren abgeschlossen – erfolgreich. Und auch ein Hauptschulabschluss sei kein Hindernis für einen Lehrbeginn, wenn denn der Wille da ist.

Ausbaufähig seien Vorbereitungskurse für Flüchtlinge – besonders auf sprachlicher Ebene. Denn auch wenn die Zugewanderten ein gutes Niveau in Sprachkursen erreicht haben, fehlten ihnen zumeist die Fachbegriffe. „Sie sollten in überbetriebliche Bildungszentren gehen“, erklärt Kreishandwerker-Geschäftsführer Uwe Lübbert, um dort in der Praxis ihren Sprachschatz zu erweitern.

15 Ausbildungsverträge wurden 2017 mit Flüchtlingen abgeschlossen, davon aber auch einzelne schon wieder aufgelöst.

Die Wünsche an eine neue Regierung im Bund sowie die Landesregierung? Die Mehrwertsteuer für lohnintensive Gewerbe wie das Handwerk senken; einen Meisterbonus für alle Absolventen einführen und ein Azubi-Ticket schaffen, sagt Jüttner. Auch die Meisterpflicht sollte flächendeckend wieder kommen, nachdem sie 2004 nach Drängen der EU abgeschafft wurde. Der Vorsitzende der Kreishandwerkerschaft sieht darin einen Grund, warum immer mehr Betriebseigentümer Schwierigkeiten haben, Azubis zu finden. Durch die Liberalisierung des Arbeitsmarktes in bestimmten Gewerken hätten sich viele kleine Betriebe gegründet, die allerdings nicht ausbilden dürfen. Da beiße sich die Katze wahrlich in den Schwanz. Zumal der Nachwuchs in den nächsten Jahren dringend unternehmerische Aufgaben übernehmen soll. Das Durchschnittsalters der Betriebseigentümer liegt derzeit bei 60 Jahren.

Ihre Ansprechpartner
Uwe Lübbert
 
Tel. 03641 442848
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